Debatte & Theorie | 20.10.14 | Druckversion

Sozialismustage 2014: Schon wieder Krieg?

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Ein Wochenende voller Diskussionen rund ums Thema Krieg und Widerstand.
14./ 15.November
Allerweltshaus, Körnerstr. 77-79, in Köln-Ehrenfeld
Kostenbeitrag 3 €
Essen und Getränke zu kleinen Preisen, Kinderbertreuung nach Voranmeldung
Ablauf:
Veranstaltung am Freitag, 19 Uhr:
Stehen wir vor einem neuen Weltkrieg?

Ob in der Ukraine oder in Israel, ob in Syrien oder im Irak: Immer häufiger scheint politisches und religiöses Machtstrebens mit Waffengewalt zu eskalieren. Angesichts der vielen Krisenherde und der grausamen Schicksale von immer mehr Opfern verliert man fast den Mut. Wir versuchen den Überblick zurück zu gewinnen: Sind die Konflikte wirklich nicht vergleichbare nationale oder religiöse Einzelfälle oder gründen sie auf demselben Fundament? Was können wir aus zwei bisherigen Weltkriegen lernen, was können wir tun?

Samstag ab 11 Uhr: Brunch

Workshops um 13 Uhr:

Israel/Palästina: Keine Alternative zum dauernden Krieg?

Der Gazakrieg mit Tausenden Todesopfern hat nicht nur Widerstand, sondern auch eine Menge Debatten auf der Linken entfacht. Tragen der Staat Israel und die Hamas gleichermaßen Schuld an dieser Eskalation des Konfliktes? Wie können Krieg, Besatzung und Unterdrückung beendet werden? Welche Rolle spielen die UN und die “internationale Gemeinschaft”? Sollten zwei Staaten gebildet werden oder gibt es die Möglichkeit eines demokratischen, gemeinsamen jüdisch-arabischen Palästina?

Via Skype werden Aktivisten der israelisch/palästinensischen Gruppe Maavak Sozialisti an der Diskussion beteiligt sein. Sie geben Antworten über Situation und Stimmung vor Ort, berichten von Schwierigkeiten einer Friedensbewegung in Israel und analysieren den Konflikt aus ungefilterter Nähe. Ein/e Redner/in der Palästinensischen Gemeinde Köln ist für die Diskussion angefragt.

Deutsche Waffen, deutsches Geld – Die Militarisierung der deutschen Außenpolitik

Deutschland ist spitze! Nach den USA und Russland rangiert Deutschland auf Platz 3 der größten Waffenexporteure der Welt. Mit den Waffenlieferungen in das Krisengebiet Irak bricht die Bundesregierung erneut ein Tabu. Ursula von der Leyen spricht sich für eine stärkere Präsenz der Bundeswehr in Krisenregionen, Bundespräsident Gauck fordert mehr Offenheit für Auslandseinsätze der Bundeswehr, denn „Freiheit ist ohne Verantwortung nicht zu haben“. Wo immer sich Kriegsparteien gegenüberstehen, kann man fast sicher sein: Deutschland verdient mit – nicht selten auf beiden Seiten. Sieht so die deutsche Verantwortung in der Welt aus?

Veranstaltung um 15:30 Uhr:

Wie kann der „Islamischen Staat“ gestoppt werden? Der Kampf um Rojava

Hunderttausende Menschen fliehen aus den kurdischen Gebieten im Irak und Syrien vor den mörderischen Banden des so genannten „Islamischen Staates“. KämpferInnen von YPG und HPG und anderen kurdischen Kräften leisten mutig Widerstand, viele erhoffen sich aber auch Rettung durch das Eingreifen des Westens. Was ist der „IS“ und woher bekommt er Unterstützung? Welche Interessen haben Großmächte wie USA, Deutschland und die Türkei? Was kann die Linke international tun, um die kurdische Bewegung zu unterstützen und der Gewalt ein Ende zu bereiten

Claus Ludwig, Sprecher der LINKE.Kalk, Vertreter/inn/en des kurdischen Dachverbandes NAV-DEM werden aus Rojava und anderen betroffenen Gebieten berichten, die Lage in der Region analysieren und erklären, warum Solidarität mit den kurdischen Selbstverteidigungskräften notwendig ist.

Veranstaltung um 18:30 Uhr:

Nein zur Festung Europa! Fluchtursachen bekämpfen, nicht die Flüchtlinge!

Immer mehr Menschen fliehen unter lebensgefährlichen Bedingungen aus den Kriegsgebieten nach Europa. Das brutale Grenzregime der EU-Agentur Frontex hat das Mittelmeer in ein Grab für bisher 23.000 Menschen verwandelt. Viele Flüchtlinge werden hier in Containern unter menschenunwürdigen Bedingungen zusammengepfercht und zum Teil sogar misshandelt. Das Ziel ist, sie möglichst schnell wieder abzuschieben. Rassisten und Faschisten verstärken ihre Hetze gegen Flüchtlinge erneut.

Doch auch immer mehr Flüchtlinge, z.B. in Hamburg und Berlin, beginnen sich zu wehren und ihre Grundrechte einzufordern. Welche Perspektive hat die neue Bewegung? Wie können wir Fluchtursachen bekämpfen?

Mit David Schultz aka Holger Burner (Mitorganisator des Lampedusa-Schulstreiks in Hamburg), der u.a. von der Kampagne für Flüchtlingsrechte in Hamburg berichten wird.

Konzert und Party um 21:30 Uhr

Aus Hamburg: Holger Burner live

Im “Resistance”, Geisselstraße 70 ( ca. 10 Minuten Fußweg vom Allerweltshaus)

Eintritt 3 €, für Teilnehmer der Veranstaltung frei

Holger Burners Texte sind Kampfansagen, an Ausbeutung und Unterdrückung, an ein System, wo ein paar Milliardäre auf Kosten von Milliarden Menschen immer reicher werden. Und an den kommerzialisierten und sexistischen Rap, der nichts mehr mit seinen rebellischen Wurzeln zu tun hat. Mit vier Alben und unzähligen Konzerten auf Demos und Aktionen setzt einer der bekanntesten Politrapper in Deutschland seine Musik dafür ein, eine Welt ohne Rassismus und Kapitalismus aufzubauen : „Super, wenn ihr die Mucke hört und weiterverbreitet. Besser, wenn man sich auf der Straße trifft, sei es, um Abschiebungen zu verhindern, gegen Arbeitsplatzabbau zu kämpfen oder den Faschos keinen Meter zu überlassen.“

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