Debatte & Theorie | 17.11.14 | Druckversion

Bericht von den Kölner Sozialismustagen

Kriegs-Fragen

Diskussionen rund um das Thema Krieg hatte die SAV Köln am vergangenen Wochenende organisiert. Über 50 Leute kamen, um über Ursachen und Lösungen zu diskutieren. Wird die Krise des Kapitalismus in einen neuen Krieg münden? In alte und neue Stellvertreterkriege und irgendwann (wann?) in einen globalen Krieg in der globalisierten Welt? Das waren Fragestellungen in der ersten Diskussion am Freitag Abend.

Bei der Veranstaltung zum Dauerkonflikt Israel/Palästina am Samstag wurde über die imperialistischen Ursachen des Konfliktes gesprochen, über die Frage der Ein-Staaten oder Zwei-Staatenlösung, wie eine sozialistische Perspektive in der Region entwickelt werden könnte und die schwierigen Diskussion innerhalb der Linken in Deutschland zu dem Konflikt.

Parallel dazu wurde im Workshop „Deutsche Waffen, deutsches Geld“ die Militarisierung der deutschen Außenpolitik über die letzten Jahrzehnte nachgezeichnet und ein Gegenprogramm diskutiert.

Sehr intensiv wurde in der nächsten Veranstaltung über den Kampf gegen den IS, die Verteidigung von Kobane und Rojava, eine selbstbestimmte Zukunft für die Kurden und alle anderen Völker und Religionsgemeinschaften in der Region diskutiert. Eine Vertreterin der kurdischen Organisation NAVDEM und ein unlängst aus der Grenzregion zu Kobane zurückgekehrter Besucher trugen mit Infos und Beiträge aus erster Hand zur Debatte bei.

Die letzte Veranstaltung des Abends drehte sich um das Thema Flüchtlinge. David Schultz, alias Holger Burner, berichtete vom Kampf der Lampedusa-Flüchtlinge in Hamburg. Durch den Kampf der Flüchtlinge selbst, durch Einbeziehung von Teilen der Gewerkschaften, durch die Öffentlichkeitsarbeit vieler beteiligter Gruppen und einen von der SAV initiierten Schulstreik, konnte mit einer Kampagne großer öffentlicher Druck zur Verteidigung der Flüchtlinge aufgebaut werden.

Das Publikum der einzelnen Diskussion wechselte, nicht alle nahmen an allen Debatten teil, aber es wurde deutlich, dass alle Themen eng mit dem kapitalistischen Konkurrenz-System verknüpft sind. Dessen unvermeidliches Kampf um Märkte und Profite führt ebenso unvermeidlich zu Krisen, Konflikten und Kriegen und muss deshalb überwunden werden.

Die eineinhalb Tage politischer Diskussion endeten mit einem Klassenkampfrap-Konzert mit Holger Burner und Support von Rebel Music im „Resistance“.

Der Widerstand in Köln geht weiter mit der Mobilisierung für eine große Demo am 6. Dezember. Anlässlich der Innenministerkonferenz in Köln soll sowohl gegen deren heuchlerische Flüchtlingspolitik als auch für die freie Betätigung aller linken türkischen und kurdischen Organisationen, einschließlich der Aufhebung des PKK-Verbots, demonstriert werden.

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