Antirassismus & Antifa | 25.07.12 | Druckversion

Nazi-Propaganda übertönt

juli2012-anti-npd01Mit einem Kleinlaster touren derzeit NPDler durch Deutschland, um ihre Hetze zu verbreiten. Am Dienstag, 24. Juli, waren sie in Köln auf dem Heumarkt. Obwohl nur eineinhalb Tage Zeit für die Gegenmobilisierung blieb, waren ca. 150 AntifaschistInnen gekommen, um sich den Nazis in den Weg zu stellen. Mit Trillerpfeifen und Sprechchören (z.B. „Ohne den Verfassungsschutz wärt ihr gar nicht hier“) wurden die Reden der Nazis übertönt.

Nur ca. ein Dutzend NPDler hatten sich auf dem Heumarkt eingefunden. Das Verhalten von Polizei und Justiz gegenüber dieser Nazi-Truppe war ein weiteres Lehrstück in Sachen Umgang dieses Staates mit Faschisten. Über 200 Polizisten wurden aufgeboten, um den Nazis das Verbreiten ihrer braunen Propaganda zu ermöglichen. Empörend auch die Tatsache, dass das Häuflein Rechter eine Lautsprechereinlage einsetzen durfte. Bei Aktionen von Linken wurde in der Vergangenheit regelmäßig auch nur der Einsatz eines Megafons untersagt. Man konnte eifrige Polizeibeamte erleben, die genau nachzählten, ob die erforderliche Zahl von 50 TeilnehmerInnen unter den Linken tatsächlich erreicht wurde.

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Laut Angaben von Polizisten und Presseberichten hatte das Verwaltungsgericht Köln im Fall der Nazi-Kundgebung diese Auflage, (keine Lautsprecher unter 50 Teilnehmern), jedoch aufgehoben.

Die Nazis stellen sich gerne auch als radikale Antikapitalisten dar. Mit ihrer Hauptparole bewies die NPD gestern das Gegenteil. „Wir wollen nicht Zahlmeister Europas sein“ stand groß auf ihrem LKW. Der Punkt ist ja gerade, dass die Gelder nicht an die breite Masse der Bevölkerung fließen, sondern auf die Konten der Banken. Die NPD und andere Faschisten waren und bleiben Hilfstruppen des Kapitals.

Einen kleinen Erfolg gab es noch nach Ende der Nazi- (Klein-)Kundgebung: Mehrere Taxifahrer, die das Häuflein übrig gebliebener NPDler am Heumarkt abholen sollten, fuhren wieder ab, nachdem sie von Antifaschisten informiert worden waren, wen sie da als Fahrgäste transportieren sollten.

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